Nutzerschutz

Der Begriff „Nutzerschutz“ bietet sich als Oberbegriff für die bis heute meist getrennt behandelten Gebiete Datenschutz, Verbraucherschutz und Nutzungssicherheit an.

In der transdisziplinären Auseinandersetzung über Entwicklung und Gestaltung  der Informationsgesellschaft zeichnet sich beim jetzigen Stand der (überwiegend wenig strukturierten und oft nur tagesaktuellen) Diskussion ab, dass die gesellschaftspolitische Aufgabe hinsichtlich Datenschutz, Verbraucherschutz,  IT-Sicherheit, (Verfügbarkeit, Robustheit) und nicht zuletzt Privatheitsschutz hinsichtlich Netzarchitektur, Vertrauensbetrieb, Regulierung und Standardisierung auf eine „infrastrukturelle Commodity“ hinausläuft.

Eine Seminarreihe "Nutzerschutz in der Informationsgesellschaft" läuft am Sozialwissenschaftlichen Institut der Universität Stuttgart  im WS 2012/2013. Die Seminarreihe wird im WS 2013/2014 fortgesetzt unter dem Titel: Netzöffentlichkeit, Nutzerschutz, Privatheitsschutz. Siehe Seminarprogramm.

Instkomm unterstützt Bestrebungen (u.a. von NGO's), den Begriff Nutzerschutz als Leitbild gemeinsamer Aktivitäten gerade in der Bundespolitik auch interministeriell zu verankern.

Publikationsvorhaben mit Partnern sind 2013/2014 im Zusammenhang mit dem Konzeptionsprojekt vorgesehen. Die Übertragbarkeit des Terminus in die EU-Sprachen ist in Bearbeitung.

Zu beachten ist die Schnittmenge mit Privatheitsschutz.

Das Bundesverfassungsgericht prüft bereits insbesondere die Fragen der unangemessenen Nutzerprofilbildung, die etwa bei Smart Metering oder bei Mobiltelematik, aber auch bei Zusammenführung verschiedener, je für sich mit Zustimmung weitergegebener personenbezogener Daten, entstehen können.

 

Literatur

 

Günter Ropohl: Verbraucher im technischen Fortschritt – Hilflose Artisten im Innovationszirkus

Gegen wenig nutzerfreundliche Technik gibt es keinen Schutz, wie Günter Ropohl in einem Beitrag für die AK-Wien, Abteilung Konsumentenpolitik, treffend beschreibt: "Die Besonderheiten der Elektronik bürden dem Verbraucher einen völlig neuen Denkstil auf. Zwar äußern die Ergonomen den frommen Wunsch, die Technik müsse an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden, doch in der Informationstechnik ist es umgekehrt. Die Menschen müssen sich, wenn sie die Geräte beherrschen wollen, an deren Eigenlogik anpassen, und wer das nicht kann oder will, dem bleiben die „Segnungen der Informationsgesellschaft“ ein für allemal verschlossen."

pdf Beitrag Ropohl 2012(pdf)